„Mutter Erde“ – Unsere Gesundheit ist die Gesundheit des Planeten


Das 21. Jahrhundert brachte eine globale Ökosystemkrise, die in erster Linie durch den Klimawandel und den Verlust an Artenvielfalt gekennzeichnet ist.1 Diese massiven Veränderungen kamen durch den Einfluss des Menschen zustande, durch die Produktion von Treibhausgasen, landwirtschaftliche Übernutzung von Bodenflächen, Abforstung von Wäldern und die Überfischung der Weltmeere. Die Art und Weise unserer Nahrungsmittelproduktion spielt dabei eine bedeutende Rolle.2 Wir befinden uns in starker Abhängigkeit vom Ökosystem Erde und unser Überleben ist untrennbar mit dem der Erde verbunden.3 Ärzte in aller Welt beraten täglich Millionen von Patienten. Dies gibt Ärzten und Patienten die Möglichkeit eine heilsame Rolle einzunehmen. Wir sollten bedenken, dass der Konsum von tierischen Produkten nicht nur einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf 4- und Krebs 5- Erkrankungen darstellt, sondern deren Produktion auch für 25 % der globalen Treibhausgasproduktion verantwortlich ist. Zusätzlich schädigt die landwirtschaftliche Produktion von tierischen Produkten die Artenvielfalt aufgrund der benötigten Bodenflächen.2 Ärzte und Patienten sollten sich deshalb für eine gesunde Ernährung aussprechen, die vor allem aus einer lokal-produzierten, biologisch-angebauten, Pflanzen- reichen Diät besteht. Dabei gilt es nicht nur sich zu bemühen, die eigene Ernährung umzustellen, sondern auch für einen Wandel der Nahrungsmittelindustrie einzutreten und Politiker zu wählen, die einen solchen unterstützen. Gelingt uns das, dann würden wir Menschen gesünder leben und gleichzeitig würde sich das Ökosystem Erde erholen und stabilisieren.3


Originalartikel im Lancet Planetary Health (Moser AM et al. 2017)


Referenzen


1. Brett R. Scheffers LDM, Tom C. L. Bridge, Ary A. Hoffmann, John M. Pandolfi, Richard T. Corlett, Stuart H. M. Butchart, Paul Pearce-Kelly, Kit M. Kovacs, David Dudgeon, Michela Pacifici, Carlo Rondinini, Wendy B. Foden, Tara G. Martin, Camilo Mora, David Bickford, James E. M. Watson. The broad footprint of climate change from genes to biomes to people. Science 2016; 354(6313).


2. Tilman D, Clark M. Global diets link environmental sustainability and human health. Nature 2014; 515(7528): 518-22.


3. Whitmee S, Haines A, Beyrer C, et al. Safeguarding human health in the Anthropocene epoch: report of The Rockefeller Foundation-Lancet Commission on planetary health. Lancet 2015; 386(10007): 1973-2028.


4. Koeth RA, Wang Z, Levison BS, et al. Intestinal microbiota metabolism of L-carnitine, a nutrient in red meat, promotes atherosclerosis. Nat Med 2013; 19(5): 576-85.


5. Bouvard V, Loomis D, Guyton KZ, et al. Carcinogenicity of consumption of red and processed meat. Lancet Oncol 2015; 16(16): 1599-600. 





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